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Gesundheit bekommt man nicht im Handel,

sondern durch den Lebenswandel.

Sebastian Kneipp

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Süße Gewohnheiten und böse Folgen

Der Widerspruch beim Zucker

Von Dr. med. M.O.Bruker

 

 Ob der Schein trügt, dass der moderne Mensch in zunehmendem Maße an Fragen interessiert ist, die mit Gesundheit und Krankheit zusammenhängen? Vielleicht ist es nicht nur dieser Gruppe interessierter Menschen aufgefallen, dass sich in jüngster Zeit ein Kampf entsponnen hat über das "Für und Wider" des Zuckers. „Zucker ist Gift“ sagen die einen „Zucker zaubert“ sagen die anderen. Eine Wahrheit kann es nur geben. Wer hat recht? Nicht nur in der Presse, sondern auch in der täglichen ärztlichen Sprechsunde stoßen wir auf diese Widersprüche.

 

Wäre der Zucker nicht süß und könnte man mit seiner Hilfe nicht jedes beliebige Nahrungsmittel in ein süß schmeckendes verwandeln, wäre also mit dem Zucker nicht die Möglichkeit gegeben, auf dem Gebiet der Ernährung das Genießen willkürlich zu steigern, bliebe die Frage, ob Zucker gesundheitsschädlich ist, völlig uninteressant. Niemals könnte sich um Spinat oder Blumenkohl eine solche die Gemüter erregende Streitfrage entwickeln. Da aber der Zucker sowohl als Nahrungsmittel wie als Genussmittel verwendbar ist, liegt natürlich die Gefahr besonders nahe, dass Zucker zur Befriedigung der Genusssucht missbraucht wird. So ist es erklärlich, dass viele nichts davon hören wollen, dass Zucker auch schaden könnte, etwa nach dem unzutreffenden Motto: „Was gut schmeckt, kann nie schaden“. Nach diesem Rezept dürfen ja auch die anderen Genussgifte, wie Tabak, Alkohol, Koffein und Rauschgifte niemals schaden. Die Erzeugung von Lustgefühlen gab schon immer eine bequeme Begründung für die menschliche Schwäche, Genußmittel zu frönen!!! Wenn es aber um die ernste Frage geht, ob wirklich Zucker unter bestimmten Bedingungen Krankheiten hervorrufen oder unterhalten kann, ist es nicht mehr erlaubt, diese Fragen nach Gefühl und Neigung zu entscheiden, sondern hier müssen die Ergebnisse objektiver wissenschaftlicher Forschung entscheiden.

 

Um es vorweg zu nahmen: Das Problem ist längst gelöst, Streng genommen steckt überhaupt kein Problem dahinter, sondern wie so oft im Leben, bei Streitfragen kommen die verschiedenen Ansichten dadurch zustande, dass der eine unter einem bestimmten Wort etwas ganz anderes versteht als der andere. In unserem Falle heißt das,: Zucker ist nicht gleich Zucker. Derjenige, der sagt, „Zucker ist Gift“, meint damit den in der Zuckerfabrik chemisch rein hergestellten Zucker, der herausgenommen ist aus seinem ursprünglichen Verband, in den er im natürlichen Lebensmittel eingewoben war. Derjenige der sagt, „Zucker zaubert“, meint damit den natürlichen Zuckernährstoff, wie der als sogenanntes Kohlenhydrat in den natürlichen, von Gott gegebenen Lebensmittel vorkommt.

 

Denn der Zucker entsteht im grünen Blatt der Pflanze durch die Lichtkraft der Sonne.

 

Es handelt sich hier also um zwei ganz grundverschiedene Dinge. Wenn ihr grundlegender Unterschied nicht erkannt wird, kann dies böse Folgen haben. Da die Schlußfolgerung aus diesen Erkenntnissen von so ungeheurer Tragweite für die Gesundheit der Menschen sind, ist es dringend notwendig, das Volk darüber aufzuklären, wie völlig verscheiden die Wirkung von zuckerhaltigen natürlichen Lebensmittel gegenüber dem Industriezucker ist, der allen Vialstoffe beraubt ist.

 

Um das Wesentliche dieses Unterschiedes auch den Nichtchemiker klarzumachen, ist das Wissen folgender Grundtatsachen nötig. Der Organismus des Menschen braucht bekanntlich Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate. Früher glaubte man, dass der Mensch gesund bleiben könne, wenn er von diesen Grundstoffen sich täglich so viel zuführe, das der Brennwert ca. 2000 bis 4000 Kalorien betrage und wenn das Mindestmaß an Eiweiß nicht unterschritten würde.

 

Als Folge dieser Ernährungslehre ging von der Wissenschaft die Weisung aus, nunmehr möglichst konzentrierte Nahrungsmittel zu schaffen. Die Kalorienlehre führte zu einer "quantitativen" Nahrungsauffassung, bei der es mehr auf die Menge – eben nach Wärmeeinheiten berechnet – ankam als auf die Qualität.

 

Dieser Grundsatz wurde zuerst bei Kranken angewandt. Man stellte sich vor, das natürliche Lebensmittel sei durch den Gehalt an Ballaststoffen für den Kranken zu „schwer“. Man müsse dem Kranken bzw. seinem Verdauungsapparat die „Arbeit“ abnehmen, die er leisten muss, um aus dem ganzen Lebensmittel die einzelnen Nährstoffe herauszulösen. Nach diesen Gesichtspunkten wurden anstelle der Kohlenhydrathaltigen Lebensmittel isolierte Kohlenhydrate geschaffen. Die als wertlos bzw. nachteilig angesehene Zellulose wurde entfernt. Vom Getreide wurde möglichst nur der stärkehaltige Kern verwendet, und als aller reinstes isoliertes Kohlenhydrat wurde der Fabrikzucker geschaffen.

 

Auf Grund dieses Schonungsprinzips wurde dem Kranken außerdem statt Kartoffeln Kartoffelbrei, statt rohem Obst gekochtes Obst oder Säfte und statt rohem Gemüse nur weichgekochtes empfohlen. Man stellte sich in primitiver Weise vor, die mechanisch grobe Nahrung würde die Schleimhäute „scheuern“, deshalb müsse alles weich sein. Obwohl inzwischen das Unsinnige erkannt ist, begegnet man diesen Gedankengängen immer wieder. Dass die Verhältnisse aber gerade umgekehrt liegen, werden wir bei der Besprechung der Enzyme sehen.

 

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